Musterlösung
Der freie Fall – Messung der
Fallbeschleunigung g mit der Schwefelspurenplatte
1. Beschreiben und skizzieren
Sie den Versuchsaufbau und erklären Sie die besondere Messmethode. Fertigen Sie
dazu auch eine Schaltskizze an (Schutzwiderstände mit Netzanschlussschnur=
Spannungsquelle).
Beschreiben Sie die Versuchsdurchführung und benennen Sie Ihre Beobachtungen
(Schwefelspuraufzeichnungen in der Anlage). Füllen Sie die Tabelle in der
Anlage vollständig aus. Erklären Sie dabei Ihre Vorgehensweise. Fertigen Sie
ein Zeit-Weg-Diagramm für diesen Versuch an.
Lösung: 
In einem Stativaufbau befindet sich im Abstand s
über einem Auffänger ein Fallkörper in einer Haltvorrichtung. Der Auffänger
schließt einen elektrischen Kontakt S1, wenn der Fallkörper aufprallt.
Die Haltevorrichtung öffnet einen elektrischen Kontakt S2, wenn der
Fallkörperfreigegeben wird.
Die beiden Schalter S1 und S2 sind parallel zu einem
Handschreiber und einer Schwefelspurenplatte über Schutzwiderstände an eine
Spannungsquelle mit 220V Wechselspannung (50Hz, Netzfrequenz) angeschlossen.
Sind beide Schalter S1 und S2 geöffnet, so können mit dem
Schreiber Schwefelspuren auf der Schwefelspurenplatte geschrieben werden. Wird
einer der Schalter geschlossen, so der Stromkreis zwischen Schwefelspurenplatte
und Schreiber kurzgeschlossen. Dann werden keine Schwefelspuren geschrieben. Es
werden also nur dann Schwefelspuren geschrieben, wenn der Fallkörper frei
fällt.
Während einer Halbperiode der Wechselspannung als während 0,01s schiebt der
Schreiber den Schwefel über die Platte, da sie ihn abstößt. Während der
nächsten Halbperiode zieht sie ihn an. Einer Schwefelmarke beziehungsweise
einer Marke ohne Schwefel entspricht also die Zeitspanne dt=0,01s.
Der Fallkörper wird aus verschiedenen Höhen si fallengelassen und
gleichzeitig wird mit dem Schreiber über die Schwefelspurenplatte gestrichen.
Während der Fallkörper frei fällt, sind die Schalter S1 und S2
beide offen, also werden Schwefelspuren geschrieben. Diese werden ausgezählt
und daraus die Fallzeit ti gemäß ti= Ni*0,01s
(N= Anzahl der Marken) berechnet und zusammen mit der Fallstrecke si
tabelliert.
Beobachtung: Je größer die Fallstrecke, desto größer ist auch die Fallzeit.

2. Deuten Sie das Diagramm aus
Aufgabe 1 und setzen Sie es mit der letzten Spalte der Tabelle in Beziehung. Um
welchen Bewegungstyp handelt es sich? Stellen Sie eine allgemeine
Bewegungsgleichung auf und bestimmen Sie g aus Ihren Messdaten. Warum ist der
freie Fall ein Sonderfall der gleichmäßig-beschleunigten Bewegung? Vergleichen
die experimentelle Fallbeschleunigung g mit dem Literaturwert gLit.
Wie groß ist die prozentuale Abweichung?
Die Fallbeschleunigung wurde zu klein gemessen. Benennen Sie relevante
systematische Fehler und belegen Sie, dass diese zu einem zu kleinen g führen.
Lösung:
Zur Überprüfung des Zusammenhangs von s und t wird ein
Zeit-Weg-Diagramm gezeichnet. Der Graph hat die Form einer Parabel. Sie lässt
sich durch die Gleichung s(t)= C*t2darstellen. Der Quotient s/t2
ist im Rahmen der Messgenauigkeit konstant. Er hat den Wert C=4,76m/s2.
Daher handelt es sich bei dem freien Fall um eine gleichmäßig-beschleunigte
Bewegung. Für eine solche Bewegung gilt: s(t)=1/2*t2. Der Vergleich
der beiden Gleichungen liefert: g=9,51m/s2. Die Abweichung zum
Literaturwert beträgt 3%.
Alle Körper werden auf der Erdoberfläche gleich stark beschleunigt. Die
Fallbeschleunigung ist also an einem bestimmten Ort eine Konstante.
Der Fallkörper wird nicht augenblicklich frei gegeben und er schließt
auch nicht momentan den Schalter S1. Außerdem fällt der Körper nicht
im Vakuum, sondern er wird durch Luftreibung gebremst. Daher wird t zu groß
gemessen. Daraus folgt (wegen g proportional 1/t2), dass g zu klein
gemessen wird.
Weitere Aufgaben
3. Der Bremer Fallturm dient
zur Durchführung von Experimenten in der Schwerelosigkeit. Während der Fallzeit
der Experimentierkapsel herrscht Schwerelosigkeit in der Kapsel. Die Fallzeit
der Kapsel beträgt tf=4,3s.
a. Wie hoch ist die Fallröhre?
b. Welche Geschwindigkeit hat
die Kapsel am Fuß der Fallröhre?
c. Die Kapsel wird in einer 8m
dicken Schicht aus Styroporkugeln abgebremst. Welche Bremsbeschleunigung muss
sie aushalten?
d. Durch eine einfache
Veränderung hat man die Flugzeit der Kapsel vor 2 Jahren verdoppelt. Erläutern
Sie!
Lösung:

Wenn man die Kapsel von unten hoch schießt,
verdoppelt sich die Flugzeit. Man muss die Kapsel mit der gleichen
Geschwindigkeit von unten abschießen, mit der sie frei fallend unten ankommen
würde. Also mit v=42,2m/s. dann durchläuft sie eine ballistische Flugbahn,
deren Scheitelpunkt sich genau an der Spitze der Fallröhre befindet. Während
der Flugzeit muss man natürlich die Abschussvorrichtung entfernen..